Schulewirtschaft Roth-Schwabach
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Nachwuchskräfte - original regional

Eine erfolgreiche Veranstaltung an der etwa 40 Unternehmensvertreter teilnahmen.

Nachwuchskräfte - original regional

Wie kommen die Ausbildungsbetriebe an die richtigen Auszubildenden und wie finden Jugendliche den für sie richtigen Ausbildungsberuf? Um diese Frage drehte sich der Abend an der Mittelschule Thalmässing.

Die Bürgermeister Ralf Beyer (Heideck) und Georg Küttinger (Thalmässing) wissen um die Bedeutung „original regionaler Nachwuchskräfte“ für die Handwerksbetriebe am Ort. Mit der Ausweisung von Gewerbeflächen und dem Breitbandausbau werde hier ein Teilbeitrag geleistet. „Unsere Gesellschaft ändert sich, sie wird kleiner, älter und bunter. Dies gilt es, bei der Ausbildung der künftigen Fachkräfte zu berücksichtigen“, so Bürgermeister Küttinger.

„Wir bilden die Jugendlichen aus, die 2060 in Rente gehen“, sagte Schulleiter Ottmar Misoph bei seiner Begrüßung. Was brauchen Schüler, um die Anforderungen in ihrem Berufsleben zu meistern? Flexibilität, Verantwortungsgefühl, Motivation, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, ihre Arbeit eigenständig zu organisieren. All diese Kompetenzen bekommen die Thalmässinger Mittelschüler mit. Alle Schüler werden befähigt ihre eigenen, persönlichen Hindernisse in Lernen und Teilhabe zu überwinden. Eine große Herausforderung stellt hier vor allem die Integration von Schülern mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt dar.

Die Einführung von Schulleiter Ottmar Misoph ergänzte Martin Amler, der die Berufsorientierung an der Schule organisiert. Die Berufsvorbereitung beginnt in der Mittelschule bereits ab der fünften Klasse. Vor allem aber ab der siebten Jahrgangstufe lernen die Schüler im engen Kontakt mit den Betrieben die Berufswelt kennen. Als ein Beispiel sei hier das Berufsorientierungsprojekt genannt, an dem Schüler an vier Vormittagen rollierend, je einen Beruf in einem ortsansässigen Betrieb genauer kennen lernen. Den obligatorischen Betriebspraktika in der achten Klasse folgen schließlich in der neunten Klasse weitere freiwillige Praktika. „Am Ende des Jahres haben fast alle unserer Schüler eine Ausbildungsstelle“, ergänzte Martin Koch vom Jobbüro, welches die Schüler ab der achten Klasse bei der Berufsfindung und der Bewerbung unterstützt.

Der Kontakt zwischen den Jugendlichen und den Betrieben kann auch über den Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT erfolgen. Isolde Krahle stellte hierzu die Internetseite vor, die es Betrieben aus dem Landkreis Roth und der Stadt Schwabach leicht mache, ihr Angebot den Schülern nahezubringen. Die Suchmaschine der Homepage www.schulewirtschaft-rothschwabach.de hilft den Jugendlichen, passende Praktikumsplätze oder Ausbildungsstellen zu finden. Wie das genau funktioniert, erklärt ein kurzer Werbefilm, den die Thalmässinger Schülerfirma Happy Card Company produzierte (zu finden auch bei youtube: Schülervideo: Ausbildungsdatenbank des Arbeitskreises SchuleWirtschaft Roth-Schwabach).

Im Anschluss stellte die Arbeitsagentur noch ihr vielfältiges Unterstützungsangebot für Jugendliche und Betriebe vor. Es reicht von der Vermittlung, bis hin zur „Nachhilfe“ während der Ausbildung. Ute Ernst vom Arbeitgeber-Service weiß, dass viele Betriebe händeringend Auszubildende suchen und den Kontakt zu ihren Schulen am Ort oft nicht finden. In Thalmässing und Heideck haben nun fast vierzig Betriebe diesen Kontakt neu geknüpft oder wieder ein wenig enger gemacht. Eine mögliche Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung konnte bei einem kleinen Imbiss am Ende des Abends besprochen werden.

Karl Scheuerlein von der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft freute sich, dass Schule und Unternehmen so gut zusammenarbeiten. „In Zeiten des Fachkräftemangels wird es auch für die Unternehmen immer wichtiger, sich ordentlich zu präsentieren, um geeignete Nachwuchskräfte zu bekommen“ so der Geschäftsführer der Unternehmerfabrik.

Das Gruppenbild oben zeigt ganz vorne rechts die drei Schüler der Happy Card Company Leon Ziller, Muhammed Ceyhan und Lenhard Schwarz und dann v.l.n.r.: Heidecks Bürgermeister Ralph Beyer, David Herold und Ute Ernst (beide Agentur für Arbeit), Thalmässings Bürgermeister Georg Küttinger, Maximilian Rühmer (ehemaliger Schüler), Martin Koch (Jobbüro Thalmässing), Schulleiter Ottmar Misoph, Isolde Krahle (Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT, Martin Amler (Lehrkraft) und Felix Lehnhoff (Unternehmerfabrik)