Schulewirtschaft Roth-Schwabach
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Karriere mit Lehre - Infoabend in der Kulturfabrik Roth

Ein Fachvortrag, sechs kurze Filme, eine Gesprächsrunde mit erfolgreichen jungen Leuten, Fragen aus dem Publikum – so kann man in Kurzform den Ablauf des Abends beschreiben.

Eltern, Lehrkräfte, Unternehmensvertreter und vor allem viele Jugendliche sorgten für einen vollen Saal in der Kulturfabrik. Eingeladen hatte der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Roth-Schwabach mit dem Ziel Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern.
Moderator Felix Lehnhoff von der Unternehmerfabrik skizzierte in seiner Einführung die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt und stellte den „Akademisierungswahn“ in Frage. Auch Landrat Eckstein war der Meinung: „Was wir dringend brauchen, sind Handwerker. Unsere Betriebe sind gut aufgestellt und suchen Fachleute, die etwas arbeiten.“ Wilhelmine Meyer von der Agentur für Arbeit stellte in ihrem kurzen Fachvortrag die Themen Eignung und persönliche Zufriedenheit in den Mittelpunkt. Jeder sollte sich bei der Berufswahl zunächst fragen: „Wo liegen meine Stärken und Fähigkeiten? Welche Interessen habe ich? Erfülle ich die Voraussetzungen für den Beruf meiner Wahl?“
„Der Verdienst eines guten Handwerkers ist heute vergleichbar mit dem bei einem Bachelor-Abschluss“ so Norbert Valta, Leiter der Realschule Roth und einer der Vorsitzenden des Arbeitskreises. „Entscheidend ist, ob und welche Erfüllung ein junger Mensch in seinem Beruf findet. In dieser Hinsicht braucht sich das Handwerk nicht verstecken.“
Genau das wurde anschließend anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht. Nach der Präsentation von sechs Kurzfilmen standen die sechs „Hauptdarsteller“ auf der Bühne. Im Gespräch mit Felix Lehnhoff wurde klar, dass man es zum Beispiel auch mit einem „Quali“ und einer Berufsausbildung durchaus sehr weit bringen kann. Akif Er von der Firma Schlenk ist der Meinung: „Man wächst mit der Verantwortung.“ Christina Dietrich aus Schwabach empfiehlt: „Auf jeden Fall ein Praktikum machen!“ „Entscheidend sind nicht unbedingt die Noten, sondern Motivation und Eigeninitiative“, meint der Kälteanlagenbauer Sebastian Girg. Julian Kratzer aus Greding hat seinen Traumberuf im zweiten Anlauf gefunden. Der gelernte Schreiner ist heute Heilerziehungspfleger bei Regens Wagner in Zell. „Beides sind tolle Berufe, aber der Umgang mit Menschen macht mir einfach mehr Spaß.“
Am Ende des Abends hoffen die Initiatoren vom Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT, dass es gelungen ist, dem einen oder anderen Jugendlichen die Entscheidung bei der Berufswahl zu erleichtern. Ansonsten gibt es vielleicht noch weitere Entscheidungshilfen auf der Webseite des Arbeitskreises unter www.ausbildung-roth.de.